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Michael Schlechtriem
Geboren 1964, entstammt er einer bekannten Leverkusener Musikerfamilie. Mit 6 Jahren erhielt er seinen ersten Cellounterricht, 2 Jahre zuvor begann er bereits mit dem Klavierspielen. Als Jungstudent wurde er mit 13 Jahren im Fach Violoncello an der staatlichen Musikhochschule Köln angenommen.
Seine Ausbildung als Cellist erhielt er bei Ingrid Frohmüller (Köln), in den Meisterklassen von Boris Pergamenschikow (Köln) (Nachruf) und Radu Aldulescu (Rom, Gstaad).
1992 schloß er sein Studium bei Gotthard Popp an der Staatlichen Hochschule für Musik Detmold mit Auszeichnung ab. Wichtige Anregungen erhielt er in der Kammermusikklasse des Amadeus-Quartetts (Köln) sowie bei verschiedenen Meisterkursen u.a. bei Siegfried Palm.
Soloauftritte führten Michael Schlechtriem durch Deutschland, nach England, Finnland, Frankreich, Italien und Spanien. Im Mai 1995 gab er zusammen mit dem Pianisten Peter Bortfeldt sein Russland-Debüt im Glinka Saal der Staatlichen Philharmonie St. Petersburg. Im Dezember debütierte er als Solist in einem Konzert der Südwestfälischen Philharmonie unter Neil Varon. Im März 1996 gab das Duo Schlechtriem / Bortfeldt ein Live-Konzert in Budapest im ungarischen Rundfunk. Im Deutschen Bach-Orchester und bei der Europäischen Sinfonietta war er Solocellist und ist seit 1993 Mitglied im Symphonie-Orchester der Stadt Münster. (Geschichte)
Er setzt sich besonders für selten gespielte Werke der Spätromantik und des 20. Jahrhunderts ein.
Midori Goto, Adrian Kowollik, Volker Hendrichs, Michael Schlechtriem
Das Konzert in Leverkusen am 2. Februar 2003:
"Die Möglichkeit, das geniale Quartetto Intimo live hören zu können darf ich in aller Bescheidenheit als kleine Sensation für den Liebhaber vergessener Meisterwerke bezeichnen.
Wir spielten aus der Orginalhandschrift, die Noten sind nicht verlegt. Das Werk ist von 1931 - Uraufführung durch das Endellion-Quartett 1981. Zweite Aufführung sowie deutsche Erstaufführung durch das Turina-Quartett 2002. Nun die erst dritte Möglichkeit seit 1931, es wieder zu hören".
Eine Studioaufnahme fand vom 8.2 - 12.2 in der Waldorfschule in Münster statt. Eine Veröffentlichung gekoppelt mit der Cellosonate ist bei Toccata-Press in England in Aussicht gestellt.
Programm:
Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquartett F-Dur KV 590 (1756 - 1791)
Stefan Esser: "Herbstbilder" (* 1966) 3 Poems für Violoncello solo (Uraufführung)
John Foulds: Streichquartett Nr. 9 op.89 (1880 - 1939) "Quartetto intimo"
Der Musikwissenschaftler und John Foulds-Experte Graham Hatton hat unseren Konzertmitschnitt vom 2.2.03 in Schloss Morsbroich an die BBC in London weitergeleited. Deren Produzent David Gallagher war so angetan von unserer Interpretation des "Quartetto Intimo" von John Foulds, daß sie die Live-Aufnahme dieses Werkes und warscheinlich auch die der "Herbstbilder" von Stefan Esser- Ende Juli oder im Laufe des August senden werden. Eine wirklich große Ehre für uns und eine sehr unverhoffte Konsequenz unserer 11.00 - Matinee an diesem kalten Tage.
Stefan Esser: "Herbstbilder"
Der Leverkusener Komponist Stefan Esser war konsequent, als er auf Wunsch des Cellisten Michael Schlechtriem seine Herbstbilder komponierte: Er ließ die "überzähligen" Instrumente beiseite und widmete die drei "Poeme", wie auch die 1997 uraufgeführte Cellosonate dem Cellisten. Das erste Poem entstand bereits im Herbst des Jahres 2000 und wurde von Schlechtriem kurz darauf uraufgeführt. Die beiden folgenden Sätze entstanden in den Herbstmonaten des Jahres 2002. "Das erste Poem", so der Komponist, "ist geprägt durch den Wechsel von ruhigeren und rhythmisch komplexen Passagen. Ausgangspunkt ist das zu Beginn erklingende Kernmotiv, in dem die kleine Sekunde im Wechsel mit grösseren Intervallen eine wichtige Rolle spielt. In der Folge wird das Motiv vielfältig bearbeitet, wobei das gleichzeitige Streichen und Zupfen der Cellosaiten eine besondere spieltechnische Raffinesse darstellt. Das zweite Poem (Drachen im Wind) ist lebhaft und von beinahe etüdenhaftem Charakter. Triolen-Rhythmen und variabele Strichtechnik lassen die Assoziation eines im Wind fliegenden Drachens zu. Melodieprägend ist die Kombination von kleinen Terzen und kleinen Sekunden, die auch im dritten Poem (Herbstlaub) das Hauptmotiv darstellt. Das Hauptthema erklingt in vielfältigen Erscheinungsformen bis zu einem wirbelnden Höhepunkt, bevor der Satz im Pianissimo verklingt. Die motivistische Verknüpfung aller Sätze wird durch das knappe Motiv der großen Septime komplettiert, welches bereits in den vorangegangenen Sätzen zu finden ist."
SIDDHARTHA (Fassung Violoncello und Klavier)
RECKLINGHÄUSER ZEITUNG 7.9.1995: (Christoph Mrosek)
Der Ort konnte besser nicht gewählt sein. Im japanischen Kulturzentrum in Düsseldorf mit seinem buddhistischem Tempel erklang erstmals die "Siddhartha Musik " von Matthias Bonitz. Das Werk.zeichnet das Leben von Buddha in neun Bildern nach. Cello und Klavier sind die Instrumente, denen Bonitz die klangliche Reise in die Welt asiatischer Philosophie anvertraut. Die Tonsprache.läßt an romantische, ja teilweise impressionistische Vorbilder erinnern. Budddha (Cello: Michael Schlechtriem) und Vertreter des Volkes (Klavier: Peter Bortfeldt) gehen dabei ständig aufeinander zu, entfernen sich wieder, um am Ende voneinander zu lernen. Dies setzt Bonitz in gelungenen Dialogen zwischen den Instrumenten eindrucksvoll um. Seine Melodien sind eingängig, seine Harmonien streicheln das Ohr, die Dissonanzen sind sehr sparsam gesetzt und dienen lediglich der Untermalung bestimmter Szenen.
© Walter Fischer 2006
Applaus
Stefan Esser
Musikbeispiele vom Konzert gibt's demnächst.
Der Geigenbauer von VenedigSiddhartha Matthias Bonitz
Recording of the Month
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