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Hier gibt es zu jeder Seite eine Hintergrundmusik (oder wird es geben). Auf der Juist-Seite befindet sich schon hinter jedem Bild ein - wie ich finde - passender Musikclip. Es sind meistens recht bekannte Stücke, die aber viele Leute nicht einordnen könen, daher gibt's die Titel unter dem jeweiligen Bild. Selten gespielte oder zeitgenössische Musik und Veranstaltungen werden auf dieser Seite vorgestellt.
Das Lucerne Festival hat dem Komponisten Helmut Lachenmann eine Werkschau gewidmet. "Der Titel Ausklang ist wörtlich zu nehmen. Zentrales Thema dieser Musik für Klavier mit Orchester ist das Aus-Klingen - zum einen das Ausklingen von Klavierklängen, hochdifferenziert modelliert durch Verwendung stumm gedrückter Tasten und der Sostenuto- und Dämpferpedale, zum anderen der imaginäre Nachhall, den die Klavierklänge im Orchester auslösen. War "Klang als Nachricht seiner Enstehungsbedingungen" Topos früherer Stücke Lachenmanns, so geht es hier um Klang als Nachricht seines Verklingens. Aus dem Nachhall, dem Ausklang, kann man darauf zurückschliessen, aus welchen Komponenten der ursprüngliche, oft undurchhörbare Klang überhaupt bestand. Die Grundidee des Halls ermöglicht auch die bruchlose Vermittlung von Ton und Geräusch. So ist der Ausklang extrem hoher Klaviertöne beispielsweise kaum mehr Ton, sondern eher tonloses Hauchen, bloßes Holz-Geräusch - und solches Hauchen lässt sich dann durch tonloses Spiel der Bläser und Streicher oder gewischte Schlagzeugaktionen übernehmen und derart aufblasen, dass das Orchester zu einem "Super Nachhall" des Klaviers wird, das nur noch die Ton-Impulse für einen Geräuschkomplex liefert, der seinen Erzeuger übertönend verschluckt."
Diese Musik wird nur über eine hochauflösende einigermassen zeitrichtige Audio-Anlage oder live verständlich. Über Standard- oder die meisten der sogenannten HighEnd-Musikanlagen sind in der Regel nur undefinierbare Töne und Geräusche vernehmbar - die Musik wird völlig ihres Zusammenhanges beraubt, was peinliche Rückschlüsse über unsere hochgelobte digitale Technik und deren Wiedergabe von Klangfarben und Zeitverhältnissen im Heimbereich zulässt.
Aufnahmetechnik: Hervorragend! NMZ Leitartikel - Beckmesser Dossier...
Bewegt. Für Helmut Lachenmann - von Wolfgang Rihm. Befreite Wahrnehmung - von Jürg Stenzl.
Stenzl. Hans-Peter Jahn (Hg.): Auf () und zuhören - 14 essayistische Reflexionen über die Musik und die Person Helmut Lachenmann.
Wer sich auf diese Art Musik einlassen kann, findet mit einiger Sicherheit auch "Air für großes Orchester & Percussion" oder die witzigen "Schwankungen am Rand" interessant. Das Mädchen mit den Schwefelhölzern - 1997 wurde das Stück in Hamburg uraufgeführt und gilt seither als die wegweisende Musiktheaterschöpfung aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts schlechthin.
Ein Rätsel, warum in einem Land wo "Nordlichter" wie Grieg, Sibelius oder Nielsen auf reges Interesse stossen, ein Komponist wie Ture Rangström so gut wie unbekannt ist. Seine 4 Sinfonien gibt's bei JPC - sehr empfehlenswert. Einen klanglichen und musikalischen Genuss bieten Brittens Schlüsselwerke des 20. Jahrhunderts auf SACD "War Requiem" und "Sinfonia da Requiem" - auch empfehlenswert Alwyns Symph. No. 2 und 5 (die klangliche Einstufung ist leicht übertrieben).
Charles Ives bringt es fertig den Hörer in einer "Stadt" stehen zu lassen und mehrere "Musikzüge" in unterschiedlichen Entfernungen gleichzeitig spielen zu hören. Rolf Riehm öffnet mit " He, tres doulz roussignol joly "ein Zeitfenster in die Vergangenheit. Ausserdem hörenswert sein "Schubert Teilelager " auf der gleichen CD "Orchesterwerke" - der Hintergrund wird zum Vordergrund.
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Rondo Rezension
© Walter Fischer 2006